Ein Schuss – Zwei Tötungen

Abbildungen wie auf den T-Shirts auf diesem Bild, krude und rassistische Stereotypen mit denen auch das israelische Aussenministerium in seiner Propaganda arbeitet, erinnern an die Darstellungen jüdischer Menschen zur Zeit des Dritten Reiches. Auch hier wurden die Opfer karikiert dargestellt und damit entmenschlicht.

Eine derartige Reduzierung auf unansehnliche, fremdartig und häufig feindselig anmutende Stereotypen nennt man landläufig Rassismus. Die logische Konsequenz der leider hochgradig rassistischen zionistischen Ideologie. Die Aufforderung mit einem Schuss in den Bauch einer schwangeren Frau gleich zwei Menschen töten zu können, auch ein ungeborenes Leben, zeigt deutlich wohin die Strasse führt – Entmenschlichung als Notwendigkeit, um eine solche Ideologie aufrechterhalten zu können. In diesem Fall gezielt auf Frauen und Kinder.

Ich sehe keinen Unterschied zu vergleichbaren Abbildungen von rechter Seite. Man muss schon ein vollwertiger Rassist sein, um sich nicht an dieser abstossenden Darstellung zu stören. Ein weiteres T-Shirt das vertrieben wird, diesmal mit einem Kind, natürlich nicht wie vor Ort tatsächlich üblich mit einer Steinschleuder, sondern gleich mit einem Scharfschützengewehr bewaffnet. Ich frage mich, wie die meisten Menschen hier reagieren würden, wenn dies Darstellungen jüdischer Menschen wären, wie es sie hier in diesem Land schon in der Vergangenheit gab.

Leider versuchen manche Menschen zwanghaft ihren eigenen massiven Rassismus dadurch zu rechtfertigen, dass sie Opfer (etwa im Falle Israels Opfer einer Vertreibung, Besatzung und Apartheid) versuchen zu entmenschlichen, sogar zu Tätern erklären und diejenigen, die sich mit diesen Opfern solidarisieren, versuchen zu Menschenfeinden zu erklären, zum Schlimmsten was ihnen einfällt, in diesem Land oder überhaupt: Zu Nazis. Damit sie selbst ethisch sauber raus sind, als die Bekämpfer des Bösen. Und das, obwohl diese Menschen, auf die sie eine Hexenjagd machen wollen, selbst von Rechten attackiert, angefeindet und verfolgt werden.

 

Netanyahus Verschwörungstheorie

Und Nazis sind noch immer ein ursprünglich -deutsches- Phänomen, keines aus Nahost, Herr Netanyahu, denn es waren Deutsche die Hitler folgten, Europa mit Krieg überzogen und diese Uniformen trugen, die KZs errichteten und führten, nicht etwa eine unterdrückte arabische Bevölkerung aus Nahost, damals unter britischer Besatzung und in der Erwartung und im Prozess eine Nation zu werden, so wie die umliegenden Länder – bis ein weisses Kolonial- und Nationalstaatsprojekt wie aus dem vorletzten Jahrhundert (dort lag auch seine Planung begründet) diesen Traum zunichte machte.

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Doch mancher frisst auch diese tatsächlich antisemitische Schuldentlastung zu gerne, wenn sie nur dabei hilft, mehr Hass auf den neuen Feind zu richten: den arabischen Mitmenschen. Professor Dan Michman, Kopf des Internationalen Instituts für Holocaustforschung in Yad Vashem sagte „The Guardian“: Hitler traf den Mufti erst, nachdem die Endlösung begann. Die gesamte Welt der Holocaustforschung sträubt sich gegen diesen Revisionismus, der zu rein politischen Zwecken einen Rassismus erzeugen bzw. umlenken soll! (While Hitler did indeed meet the Mufti, this happened after the Final Solution began, Prof. Dan Michman, head of the International Institute for Holocaust Research at Yad Vashem, told The Guardian. http://www.theguardian.com/world/2015/oct/21/netanyahu-under-fire-for-palestinian-grand-mufti-holocaust-claim )

Perfide. Ein unzulässiger Witz, hier gab es auch zu Recht einen riesigen internationalen Aufschrei nahezu sämtlicher seriöser Holocaustforscher – nicht einmal Merkel wollte die Entlastung eines Kriegsverbrechers annehmen und wer jenen in dieser Frage als Autorität, oder Fürsprecher aller jüdischen Menschen sieht, ist ein verrückter Revisionist und tatsächlich Verschwörungstheoretiker.

 

Der neue Feind

Denn es ist der Araber der jetzt gehasst werden soll. Mit den Deutschen versteht man sich heute ja, viel nützlicher wäre es diesen Hass auf Nazis auf den aktuellen Feind umzulenken, die Araber. Diese fürchtet man im Moment, denn an diesen hat man große Verbrechen begangen, die Ursünde war die Vertreibung und begeht seither die Verbrechen der illegalen Besatzung, Besiedlung und Unterdrückung mit einer Apartheid, die sich nicht nur im Alltagsrassismus, sondern auch in der Legislatur mit Dutzenden diskriminierenden Sondergesetzen niederschlägt und nicht nur gegen die besetzte Bevölkerung, sondern auch gegen arabische Juden, welche ´76 in riesigem Maßstab völkerrechtswidrig enteignet wurden (siehe „Land Day“).

Hier ein kurzes Streitgespräch mit einigen deutschen Nahostexperten und einem Politiker über die Wahrheit bezüglich der Vertreibung der Palästinenser und der Tatsache das es Israel ist, dass augenscheinlich keinen Frieden will:

Aber Mufti-Verschwörungstheorie hin oder her, was solls, der ist ja nichts wert, der Araber, der Fremde, der Dreckige, über den wir uns haben weismachen lassen, dass er uns mit Anschlägen bedroht hätte, ein unverbesserlicher, völlig grundlos motivierter Terrorist, Mörder und Nazi. Auch wenn Terror immer abzulehnen ist: Das ist lächerlich. Eben so wenig sind alle Deutschen Neonazis, nur weil es hier Extremisten gibt. Aber ein Problem mit einem Rassismus (auch) Deutschen gegenüber haben nach eigenem Bekenntnis auch eher ANTI-Deutsche.

 

Tödliche Feindbilder

Ihre Vorbilder zeigen wie es geht: Ein 55-jähriger palästinensisch-amerikanischer Professor, Vater von 4 Kindern, von der RECHTEN, nun als terroristisch eingestuften Jewish Defence League für das VORBEIGEHEN an einer Demonstration brutal attackiert – antiarabischer Rassimus und blinde, gewaltbereite Rechte live auf Kamera. Die Kapuzen und vor allem die dicken Stangen der Flaggen und Schilder kennt man in Deutschland auch – von der deutschen rechten, proisraelischen Transatlantifa. Hört auf mit dem antiarabischen Rassismus!

Artikel zu dem Vorfall: https://972mag.com/jewish-defense-league-activists-beat-palestinian-american-at-aipac/126240/

Ebenso wie ihre Konzepte wie „islamischer Faschismus“ was zu solchen Konstrukten wie „Pali-Nazi“ als neuem Feindbild führt. Den Begriff „Pali“ lehne ich als Mensch teilweise palästinensischer Abstammung als einen Rassismus ab, eine Verniedlichung und Entmenschlichung, was würde man sagen wenn einer von „Jüdchen“ redet?! Ich lehne diesen Begriff in der selben Weise ab, wie indische Menschen in Großbritannien das Wort „Paki“, dass in ebensolcher Weise durch rassistische Briten verwendet wird, ablehnen! Spart euch euren PALI, IHR Nazis.

 

Besatzung

In den Kommentaren zu diesem Musikvideo wird antiarabisch-rassistische Propaganda von Menschen erbrochen, die offenbar bis oben hin damit voll sind:

Man fragt sich wie sehr ihr Bild von arabischen Mitmenschen durch und durch von Vorurteilen geprägt und rassistisch behaftet ist, wenn sie gleich mit dem Wort Terror kommen, das ist der größte Witz – daran müssen sie sofort denken, wenn sie Araber sehen, so tief geht die Konditionierung und jetzt würde ich gerne mal sehen, woran man das in DEM Video festmachen will – die reden von roten Fahnen und wollen Kommunismus, keinen Nationalismus oder Terror. Vor allem, wenn diese Musiker inhaltlich sogar sagen, dass sie die Hamas sehr hassen, kann dieser Eindruck nur durch rassistische Vorurteile und oberflächlichste (Nicht-)Auseinandersetzung – Voreingenommenheit – zustande kommen.

Ich hatte übrigens das Glück Thawra, die auch in Berlin lebt, persönlich kennenzulernen. Die vielen Aufrufe sie zu vergewaltigen die von antideutscher Seite kamen, entlarven genau so euren Rassismus, wie Kaveh als „Kebap“ zu bezeichnen, was wirklich eindeutig nur noch ein „racial slur“ ist – Rassismus. Man hat einfach, wie sie es in dem Video sagen, die Lüge gefressen, die übrigens besonders durch Kriegsverbrecher Ariel Sharon zur Rechtfertigung des illegalen Siedlungswerkes herangezogen wurde, dass jegliche Kritik an der unmenschlichen und nicht zu rechtfertigenden Politik eines modernen Staates gleichzusetzen wäre, mit einem geifernden, rasenden Rassismus auf jüdische Menschen und das ist eine Falle.

 

Die traurige Wahrheit

Das ist den Palästinensern doch egal, ob sie von Israelis, von Spaniern, Chinesen oder Marsmenschen vertrieben und unterdrückt werden, sie würden in jedem Fall Widerstand leisten und das muss auch jedem normalen Menschen eigentlich auch klar sein. Ich kritisiere Menschenrechtsverletzungen durch Israel. Trotzdem war meine letzte FREUNDIN eine jüdische Israelin, ihr ganzes Leben dort aufgewachsen, auch als Soldatin gedient und sie stand der Politik ihres Landes zunächst nicht sehr kritisch gegenüber. Die einzigen die ein Problem mit Rassismus haben, seid ihr, also hört auf zu projizieren und es im Aussen zu bekämpfen!

Diffamierung und Rufmord, Hexenjagd sind ihnen zur zweiten Haut geworden und stets der erste Reflex. Etwas anderes können sie nicht, etwas anderes wurde ihnen auch nicht beigebracht, denn nimmt man die Fakten her, sind sie stets leicht ins Unrecht zu setzen. Also wird man persönlich und attackiert in dreckigster Weise die Person, statt die Sache.

Die Gehirnwäsche ist stark. Das Musikvideo oben zeigt aber auch den Altersdurchschnitt auf, aufgrund von der Musik – andere Videos mit so viel Views die Antideutsche kritisch betrachten, kommen sehr viel erfolgreicher weg in der Bewertung. Hier hat man mit Zweit- und Drittaccounts sämtliche Kommentarspalten übernommen. Aber viele sind es ja wirklich nicht. Eher ein trauriges, verwirrtes Häuflein junger, dummer (oder noch schlimmer, intelligenter und dadurch arroganter, aber dennoch getäuschter) Menschen, die sich als trojanische Pferde des Imperialismus einspannen lassen, weil sie sich am Ende des Tages einfach mehr mit weissen Amerikanern und Israelis identifizieren können oder möchten, als mit braunen Arabern. Das scheint am Ende die traurige Wahrheit über sie.

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Kippa

Aber das mancher bei dem Anblick von Rappern und vor allem bei der aus dem Iran stammenden und im arabischen Raum vor allem zum Schutz vor der Sonne weit verbreiteten, kulturellen Kopfbedeckung wie dem „Palästinatuch“ sofort an Terror (?!) denkt und das sogar ausspricht, sagt schon alles über seine Vorurteile. Ebenso wie die Verunglimpfung der kulturellen arabischen Kopfbedeckung und der Versuch sie neu zu besetzen, so wie es Rassisten auf beiden Seiten zu verschiedenen Zeiten schon versucht haben – ich frage mich was man davon hielte, wenn man sich SO über die jüdische Kopfbedeckung äussern würde.

Das ist abstossender Rassismus, siehe oberster Kommentar beim Musikvideo. Das ist in aller erster Linie eine historische Kopfbedeckung, in zweiter Linie ein kulturelles Symbol für Araber, ganz gleich welche Einzelperson zu welchem Zeitpunkt versucht hat es mit welcher Be

deutung zu besetzen – sich da ausgerechnet eine Negative herauszusuchen, gleicht jemandem einen Judenstern aufzunähen, weil er eine Kippa trägt! Das ist rassistisch! Das Bild hier sagt, „coole Kids“ laufen nicht herum wie Araber! Aha?!

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Abgesehen davon das es unzulässig ist, krampfhaft zu versuchen den Zionismus mit dem Judentum an sich gleichzusetzen und damit jedem einzigen jüdischen Menschen auf der Welt zu unterstellen, er würde das unmenschlich durchgeführte Projekt von ethnischer Säuberung, illegaler Besatzung, Siedlung, Apartheid und Unterdrückung in der selben Weise abfeiern, wie Menschen die sich aus einem falsch verarbeiteten deutschen Schuldkomplex heraus blind und unkritisch an das zionistische Projekt anbiedern. Tatsächlich sind die meisten Zionisten in der Welt nicht jüdisch. Und die meisten Juden sind nicht Israelis. Israel steht nicht für das Judentum, sondern unterdrückt sogar arabische und orthodoxe Juden. Es ist auch keine Demokratie, sondern eine Ethnokratie.

 

Rassistische Ideologien

Zuguterletzt ist die antideutsche und proisraelische Haltung eine zutiefst rechte Position, die sich Rassismen und Nationalismen bedient und sich an einer rechten, rassistischen und faschistoiden Politik von rechten israelischen Parteien anbiedert. Sie befürworten den Zionismus, eine nationalistische politische Ideologie, welche 1975 in der UN-RESOLUTION 3379 durch die gesamte Welt als eine Form des Rassismus und der rassistischen Diskriminierung bezeichnet worden ist, bevor Israel als Beitrittsbedingung zur Madrider Friedenskonferenz 1991 ihre Rücknahme forderte. „Determines that zionism is a form of racism and racial discrimination“. Gut versteckt, hier auf 3379 klicken, Direktlink funktioniert nicht. Text 2. Seite, unten links, vor dem neuen Abschnitt. http://www.un.org/documents/ga/res/30/ares30.htm

Da der Zionismus trotz ehrenwerter Ansätze in seiner praktischen Umsetzung einen massiven Rassismus gegen arabische Menschen und auch arabische Juden darstellt, sowohl in der Legislatur als auch in der Alltagspraxis zu einer massiven Diskriminierung aller Schichten, abgesehen von weissen Juden, in diesem Land führte. Dies kann nur hinnehmen, wem die Opfer dieser Poltik vollkommen gleichgültig sind. Entweder weil er die Opfer zu Tätern erklärt hat, in einer Täter-Opfer-Umkehr, die Gewalt vom Besatzten, statt vom Besetzer ausgehen sieht, vom Vertriebenen statt vom Vertreiber – wie einem Vergewaltigungsopfer selbst die Schuld zu geben. Eine Frage stellt sich an diese Menschen: Ist ein muslimischer oder arabischer Mensch genau so viel wert wie ein europäischer, jüdischer oder israelischer Mensch? Oder ist das eine irgendwie doch minderwertiger, dreckig, während das andere sauber und richtig ist?

Wer hier auch nur für eine Sekunde gestutzt oder gezögert hat, hat schon ein Problem. Dann ist es bereits Rassismus. Es kann keine Ausnahmen für Antirassismus geben. Mancher wird das abstreiten. Aber seine Haltung spricht Bände und steckt voller Widersprüche. Leider finden sich auf proisraelischer Seite unfassbar viele antiarabische Rassisten und Rassismen. Was eine rassistische Ideologie von Volk, Blut und Lebensraum wie der Zionismus aus Menschen macht, lässt sich hier nachvollziehen und exakt diese Ideologie ist es, die Antideutsche anzunehmen versuchen, mit allen logischen Konsequenzen, die man hier beobachten kann:

 

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